Eine Reisebericht von Matthias Kamps.

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Wir, die Rovergruppe König Bollemosa, saßen gemütlich beisammen und übSchwedenerlegten, wohin das nächste Sommerlager gehen sollte. Da ein Gruppenmitglied erwähnte, dass es über seine Tante an Kontaktdaten eines Pfadfindeplatzes in Schweden kommen könnte, wurde nicht lange gefackelt und Schweden als Ziel gesetzt.

Die Anreise sollte mangels Alternativen recht unpfadfinderisch mit dem Flugzeug erfolgen, was uns schon vor das erste große Hindernis stellte: Die Gepäckgrenze. Das Gewicht von Zelten, Küchenutensilien und Rücksäcken sollte die Freigepäckgrenze auf Grund hoher Gebühren nicht überschreiten. So wurde nur das Nötigste mitgenommen. Die Lagerküche wurde ersetzt durch Trangia Kocher und die schweren Scouts durch Igluzelte. So hielten wir die Gepäckgrenze ein und es konnte am Freitag den 10.07.09 los gehen Richtung Schweden.

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Wir ließen uns von Eltern und Bekannten zum Flughafen Weeze bringen und von da aus flog die Truppe Bollemosa zum Växjö-Airport in Smaland, Schweden. Hier setzte schon der erste Kulturschock ein. Da wir den Flughafen Weeze schon für klein gehalten hatten, staunten wir nicht schlecht über den schwedischen Flughafen mit zwei Check-Ins und einer sehr kurzen Start- und Landebahn. Von dort aus ging es weiter mit einem angemieteten Kleinbus zum Platz in Blidingsholm. Nach einer netten Begrüßung durch die deutsche Platzleitung wurden wir zu unserem großzügigen Bereich gebracht und richteten uns ein. Nach einem sparsamen Abendessen kochten wir noch etwas Tee auf dem offenen Feuer, da wir natürlich keinen Spiritus mit ins Flugzeug nehmen konnten.

Am nächsten Tag war nach dem noch sparsameren Frühstück der erste Punkt auf der Tagesordnung Einkaufen. Schweden_10Natürlich zu Fuß im nächsten Ort Rüd. Dieser war laut Ausschilderung 6km entfernt. Allerdings wollte uns so ziemlich jedes Schild zwischen unserem Platz und Rüd diese Entfernung weiß machen, sodass wir bis heute nicht genau wissen wie weit Rüd wirklich entfernt war. Nachdem wir uns dann am Laden gestärkt hatten, machten wir uns mit unseren Einkäufen auf den langen Weg zurück. Auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse jedoch ohne Spiritus, dafür allerdings mit Grillanzünder. Zurück auf dem Platz gingen wir im anliegenden See schwimmen, um uns dann an das Abendessen zu machen. Doch leider eignet sich Grillanzünder nicht für Trangiakocher, so nutzten wir ihn nur zum Feuer machen und kochten unsere Nudeln auch auf dem offenen Feuer. Nach einem Abend am Lagerfeuer krochen wir Erschlagen von unserem langen Marsch in die Zelte.

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Am Sonntag stand auch schon eine zweitägige Kanutour an, bei der wir nur mit einer Karte unser Ziel in der Schwedischen Seenlandschaft finden mussten. Das klappte nicht beim ersten Versuch, aber am Ende fanden wir unser Ziel und sahen viel von der schönen, typisch schwedischen Landschaft. Hungrig machten wir uns daran, wie wir es ja nun schon kannten, uns unser Essen mit den Trangiatöpfen auf einem Feuer zu kochen. Später stieß noch eine große Gruppe Wölflinge eines anderen deutschen Stammes zu uns, die den Landweg genommen hatten, und die sich mit uns die großzügige Scheune teilten. Wir machten uns früh auf den Rückweg, da wir unsere Vorräte restlos verputzt hatten und noch einmal zum Supermarkt in der Stadt wollten. Zwar fanden wir auch diesmal kein Spiritus, doch dafür einen kürzeren Weg, über den angesichts der Einkäufe in den Rucksäcken alle dankbar waren. Abends kochten wir dann schon erstaunlich routiniert unser Essen ohne Trangiakocher um danach noch lange in der klaren Nacht am Feuer sitzen zu können.

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Das Wetter des nächsten Tages war so hervorragend, dass wir gar keine weiteren Pläne schmiedeten, sondern den Tag am See verbrachten. Durch Anfrage beim Scoutshop auf dem Gelände erfuhren wir zwar immer noch nicht, wo man Spiritus kaufen konnte, aber dafür von einem Autofriedhof mit Vorkriegs-Wagen in einem Wald. Der sollte auch nur 3 km vor dem nächsten Ort liegen und sehr sehenswert sein. Vom Platz aus waren es zwar doch ein paar Kilometer mehrals angekündigt, dafür war er aber um so lohnenswerter zu besichtigen. Trotz Zeitungsfetzen aus Schweden_16verschiedensten Jahrzehnten konnten wir nicht herausfinden wie die Autos, oder auch ein ganzer Bus, mitten in diesem Wald gelandet waren. Allerdings machte das die Sache nur noch interessanter. Zurück am Lagergelände gingen die Angler unter uns mit einer improvisierten Angel los um uns Fisch fürs Abendessen zu fangen. Zum Erstaunen aller kamen sie mit 6 Fischen zurück. Zusammen mit den Vorräten bereiteten wir die Fische mittlerweile wie selbstverständlich auf dem Feuer zu und ließen sie uns schmecken.

Am darauf folgenden Tag war leider schon die Abreise angesagt. Schweren Herzens packten wir unsere Sachen zusammen und entsorgten unseren Müll (inkl. eines wenig empfehlenswerten Ebay-Zeltes, das nach drei Tagen bereits langsam in die ewigen Jagdgründe einging). Bei der Heimreise hieß es dann noch einmal Daumen drücken für den Gepäck-Check. Da wir uns von einem kaputten Zelt und einem halb geschmolzenen Trangiakocher trennen mussten, unterschritt das Gepäck diesmal locker die Gewichtsgrenze. So konnten wir dann das schöne Schweden verlassen und pünktlich am Freitag um 18:45 wieder in Deutschland landen.

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Bei der nächsten Gruppenstunde waren sich alle einig: Das war eindeutig einer der besten Erfahrungen die die Gruppe je gemacht hatte. Auch heute noch reden wir immer wieder gerne über dieses Sommerlager und haben jedes mal wieder Spaß dabei. Vor allem fragen wir uns uns immer wieder mal, ob es wohl wirklich keinen Spiritus in Schweden gibt oder ob wir nur keinen finden konnten.

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