Von André GrundenMettingo_Banner

Eine kreischende Mundharmonika schneidet durch die Luft des Kirmesplatzes und weckt das Interesse eines bunten Haufens von jungen Cowboys, -girls und ihren Eltern. Als dann unter wildem Johlen eine gefährliche Meute auf ihren Steckenpferde einreitet, scheint der Freitagnachmittag für einen kurzen Augenblick ausgetauscht mit einer Szene aus den alten Westernklassikern. „Howdy, seid ihr bereit für das Stammeslager?“, fragt unsere Bandenchefin Nina die Schreckliche. Blöde Frage. Natürlich sind alle bereit. Was uns wohl erwarten wird? Bleihaltige Luft, verstecke Goldschätze und blaue Bohnen, bis der Hosenknopf platzt.

Nach einer zwischenfallsfreien, knapp zweistündigen Anreise per Bus begann der Aufbau der Westernlagerstätte in El Mettingo (westernunkundingen Menschen sei gesagt, dass sich dieses mysteriöse Mettingen in der Nähe von Ibbenbüren befindet). Der Rest des Freitags stand frei, um den wirklich großzügigen Zeltplatz zu erkunden und dem Sheriff auf der Nase herumzutanzen. Bei einbrechender Dunkelheit genehmigten wir uns ein zünftiges Mahl, zubereitet vom sicheren Kochköffel unseres extra mitgereisten Kochs Erwin. Im Anschluss folgte dann noch eine gemütliche Lagerfeuerrunde, bei der zum ersten Mal gemeinsam „Auf der Straße nach El Mettingo“ wahlweise gesungen oder gegröhlt wurde.

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Der Samstag Morgen begann turbulent. Bereits zu allerfrühsten Morgensstunden durchdrang eine Menge Krawall die Zeltwände und kündete bevorstehende Unruhe im Lager schon mal an. Das Gerücht machte die Runde, dass eine Gruppe Mexikaner irgendwo in der Nähe Gold gefunden hatte, aber von Sheriff Booms vertrieben worden war. Natürlich war nun jeder auf der Suche nach dem verborgenen Schatz, und so verwundert es wenig, dass die beiden Bandenchefs Nina und André sich mit nervösem Zeigefinger schon beinahe gegenseitig in die ewigen Jagdgründe befördert hätten. Doch der Rest Bande wusste, wem es zu vertrauen galt, und begab sich auf die Suche nach dem Schatz. Nach ein wenig zumindest ansatzweise pfadfinderischer Fährtensuchleistung konnten wir tatsächlich Gold ausfindig machen.

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Die Mexikaner, die sich hinterrücks an uns heranschlichen, wurden zum Glück rechtzeitig entdeckt und von nun an im Gefängnis von El Mettingo eingesperrt. Mit gefüllten Taschen kehrte man glücklich ins Lager zurück und widmete sich erst mal dem wohlverdienten Sonnenbaden, Balanceakten auf der Slackline oder entspannte sich in der ChilloutarStammeslager_Pfadfinder_5ea mit Blackstorys und Drei-Fragezeichen-Hörspielen. In der Nacht hatten die mutigsten Cowboys unter uns dann noch die Gelegenheit, beim Pipelinespiel ihreTrackerfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Aber um ehrlich zu sein, keiner von uns war mutig genug, ohne entsicherten Colt das Dickicht zu erkunden.

 

 

Stammeslager_Pfadfinder_8Beim nächsten Sonnenaufgang schien alles in Ordnung zu sein. Das Lager stand noch und das Frühstück wurde nicht gestört. Doch der Schein trügte. Bald wurde Geschrei laut: „Die Mexikaner sind geflohen!“ Unter wildem Gejohle hatten sie sich aus dem Gefängnis befreit, den Sheriff überwältigt und waren über alle Berge, bevor ihnen irgendwer folgen konnte. Und das ganze Gold hatten sie mitgehen lassen. Ein Skandal! Wir zögerten nicht lagen, luden unsere Flinten und Revolver nach und machten uns so schnell wir konnten an die Verfolgung der flüchtigen Sombreroträger. Wir hatten wenig Zeit zum Verschnaufen auf unserer Jagd, die uns alles abverlangte, vom Beweisen der Trinkfestigkeit über das Erspähen weit entfernter Gegenstände bis hin zur Königsdisziplin, dem Lassowerfen.

 

Langsam holten wir auf und schafften es schlussendlich, die Mexikaner in einem verwinkelten Steinbruch in die Enge zu treiben. Diese hatStammeslager_Pfadfinder_9ten sich verschanzt und versuchten, uns mit Wurfgeschossen auf Entfernung zu halten. Aber gegen einen entschlossenden Pfadfindercowboy auf der Suche nach seinem Goldsack nütze das selbstverständlich herzlich wenig. Wir schnappten uns, was uns gehörte und kehrten glücklich zurück nach El Mettingo, wo wir uns im Schwimmbad den Staub der Verfolgungsjagd von den Beinen wuschen. Am Abend beehrten uns dann noch Kaplan Schulte Eistrup mit Kuratin Maria Büning, die mit der letzten Postkutsche Rhede-Mettingo angereist waren und feierten mit uns gemeinsam einen Gottesdienst zum Thema Gemeinschaft.

 

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Am Montag wurde das Lager dann wieder abgerissen, Pistolen und Hüte in den Taschen verstaut und die Heimreise mit dem Bus angetreten. BStammeslager_Pfadfinder_11ald erinnerte nichts mehr daran, dass ein wilder Haufen von Rheder Cowboys hiergewesen sein sollte – sieht man mal vom Lagersongohrwurm ab, der so ziemlich jeden einmal unter der Dusche erwischt hatte. Wir waren überaus zufrieden mit der Aktion, der hohen Teilnehmerzahl und natürlich mit dem zumeist guten Wetter. Ein Dankeschön an alle, die mitgefahren sind, sich am Auf- und Abbau beteiligt haben und natürlich an Erwin und sein Kochteam, dass uns über das ganze Wochenende zünftig beköstigt hat. Der Lagersong ist übrigens weiterhin links unterhalb der Navigationsleiste abzurufen.

 

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