Der Klumpensonntag stand bei uns schon von jeher im Zeichen der tätigen Solidarität: Ein Einsatz für den guten Zweck mit unseren flinken Händen und Füßen. In den Wochen vorm Klumpensonntag 2019 wollen wir mit einer kleiner Artikelreihe zurückblicken auf die Aktionen der Rheder Pfadfinder aus den letzten 7 Jahrzehnten.

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(Westernohe in den 1950ern, entnommen von der Seite des Verbandszentrums)

Schon in den 50ern regte sich mancherorts in der Pfadfinderei der Drang, das Leid des Krieges hinter sich zurückzulassen, und sich neuen Zielen zuzuwenden:
„Wenn wir eine Ritterschaft sein wollen und unser Leben durch den Dienst an anderen gekennzeichnet sein soll,“ verkündeten 1955 die damaligen Bundesführer der Roverstufe in der Stufenzeitschrift rover, „dann muss nicht nur der Einzelne in seinem Lebensraum diese Haltung erweisen, sondern auch die Gemeinschaft als Ganze wird sich Aufgaben suchen, durch die sie einer Not oder einem Bedürfnis abhilft.“
Der Aufruf stieß bundesweit auf viel Resonanz unter den Rovern und resultierte in der Gründung eines sozialen Hilfswerks und des Verbands liebstem Regenloch, dem Bundeszentrum Westernohe. "Das Herz des Verbandes", wie Westernohe genannt wurde, hatte aber nicht nur eine Bedeutung als Zentrum der DPSG. Von vornherein war die pfälzische Pfadfinderstadt ein Ort der Erholung für Menschen mit Behinderung.
Die Rheder kamen mit der Idee des Rover-Hilfswerk auf dem Diözesantag 1956 in Münster erstmals in Berührung. Doch die Aktion "Der Dom, unser Zelt" stand noch im Zeichen der Nachkriegszeit: Denn noch waren die Renovierungsarbeiten an der Kathedrale nicht abgeschlossen...

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(aus einer Jahresarbeit über die Rheder Pfadfinder)

Auch der Dachverband benötigte noch ein paar Jahre, bis er sein neuentdecktes karikatives Engagement auf eine anschlussfähige Formel bringen konnte: 1961 rief die DPSG erstmals bundesweit eine Hilfsaktion aus, die von Stund an unter wechselnden karikativen Themen jährlich durchgeführt werden sollte. In den ersten beiden Jahren unterstützte man „körperbehinderte Menschen“.
In Rhede war man schon begeistert für die Jahresaktion – vorerst noch schlicht als „Aktion '62 bekannt – aber die Umsetzung gestaltete sich schwierig. Sammeln von Pfandflaschen war lange das erklärte Ziel, scheiterte aber wiederholt am Fehlen eines Abnehmers. Alternativ schritt man zur Kartoffellese. Der Erlös ging, wie eigentlich alles in den ersten Jahren der bundesweiten Aktivismus, an den Bau des Bundeszentrums.

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(Der Aktionsaufnäher der Jahresaktion 1962)

In der nächsten Woche schauen wir uns an, wie die Jahresaktion "Flinke Hände, Flinke Füße" sich in Rhede etabliert - und welche Rolle dabei eine Reise nach Afrika spielt...

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